Das Frautragen ist ein Brauchtum, das es auch in der Stadt gibt. Fritz Hagendorf hat es gemeinsam mit seiner Volkstanzgruppe "Der fröhliche Kreis" in der Pfarre St. Paul zu Pichling ins Leben gerufen. Seit fast zehn Jahren wird ein Marienbildnis auf einer Tragkraxn von Haus zu Haus getragen. Kinder begleiten es mit den Martinslaternen, es wird gemeinsam gebetet, gesungen und Andacht gehalten. Vor allem aber geht es um die nachbarschaftliche Gemeinschaft quer über alle Generationengrenzen hinweg. Niemand fühlt sich ausgeschlossen, jeder ist eingeladen. Es ist ein stiller und nach außen hin unauffälliger, man kann fast sagen unaufdringlicher Brauch. Wohltuend hebt er sich vom Lärm um Weihnachten ab. Weder Glitzer noch Lametta sind notwendig. Gemeinsam gehen die Nachbarsleute ein Stück des Weges hin zum Weihnachtsfest. Glück, Segen, eine gute Ernte und Schutz soll der Brauch allen Beteiligten bringen. Vor allem aber lässt er das Geheimnis von Weihnachten in den Herzen der Menschen lebendig werden.
OÖN am 16.12.2005