Pichlinger unterschreiben gegen Straßenbahn zum See.

Von: Renate Schürz
Mehr als 300 Unterschriften von Anrainern übergab eine Abordnung aus Pichling Planungsstadtrat Klaus Luger. Das Straßenbahnprojekt ist aber weiter auf Schiene. Jetzt soll eine Variante im Detail geplant werden.


Unterschriftenübergabe 30.4.06



Natur soll Bahn und Straße weichen



Straßenbahn quer durch Grünland?

 

Lärmbelästigung, keine Notwendigkeit einer Straßenbahn, weil gute Anbindung durch Busse, Durchschneidung des Ortsgebietes und Entwertung der Grundstücke. Diese und andere Argumente brachte eine Gruppe Pichlinger gemeinsam mit einem Paket Unterschriften gegen den Bau einer Straßenbahn durch ihren Stadtteil zum Pichlinger See dem Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger (SP).

 

Bereits im Februar hatten sich, wie die OÖN berichteten, Anrainer zusammengefunden, die gegen die Errichtung der Straßenbahn im Siedlungsgebiet auftraten. "Wir haben schon Fluglärm, Bahn und Voest. Da brauchen wir nicht auch noch eine Straßenbahn vor der Tür", argumentierten die Betroffenen.

 

Mittlerweile wurden mehr als 300 Unterschriften gesammelt. "Die sind aber nur von denen, die direkte Anrainer der Trasse wären. Wir würden auf jeden Fall mehr zusammenbekommen, wenn wir den Kreis ausweiten würden", ist einer der Anrainer überzeugt. Warum die Stadt die Straßenbahn nicht außerhalb des Siedlungsgebietes zum Südpark führt, verstehen die Pichlinger nicht.

 

"Nirvana-Variante"

"Weil es eine Nirvana-Variante wäre, deren verkehrstechnische Sinn mir bis heute verborgen geblieben ist", sagt dazu der Planungsstadtrat, der die Unterschriften zur Kenntnis genommen hat. "Auch wenn sich die Herrschaften teilweise nicht einig waren, für oder gegen welche Variante sie sind."

 

Der Stadtrat dagegen ist sich sicher. Er will nun eine Variante im Detail planen lassen. "Variante 3" soll es werden. Nicht ganz, aber doch durch das Zentrum von Altpichling soll die Straßenbahn zum Pichlinger See führen. "Das ermöglicht uns auch eine weitere Entwicklung von Siedlungen in diesem Stadtteil", sagt Luger.

 

Bei einer Bürgerinformation im Volkshaus Solar-City Ende Mai soll die Detailplanung vorgestellt werden. "Wenn wir dort halbwegs mit der Bevölkerung zusammenkommen, dann können wir sie im Gemeinderat vorstellen."

 

2,6 Kilometer Bim

Über eine Länge von 2,6 Kilometern wird der neue Abschnitt der Straßenbahn von der derzeitigen Endhaltestelle in der Solar-City bis zum Bahnhof Pichling führen. Über die Kosten gibt es noch keine Angaben. Das etwa gleich lange Stück von Ebelsberg zur Solar-City kostete 16 Millionen Euro.

OÖnachrichten vom 10.04.2006

 

Rückblick:

3 Varianten stellten die Stadträte Klaus Luger (SP) und Jürgen Himmelbauer (Grüne) am 30.11.2005 in einer öffentlichen Veranstaltung im Volkshaus Solar-City vor. Mehr Informationen finden Sie unter Baustellenberichte.

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