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Die GWG wird im Auftrag der Stadt Linz in Pichling ein Seniorenzentrum im Verbund mit betreubaren Wohnungen errichten. Für die Planung ist zu einem EU-weiten zweistufigen Architektur-Wettbewerb eingeladen worden. Gefordert waren dabei Entwürfe für den Neubau eines Pflege- und Wohnheimes mit zwei Pflegeabteilungen für insgesamt 64 BewohnerInnen. Ebenso für 25 betreubare Wohnungen in einem gesonderten Baukörper.
Gefragt war eine funktionelle und effiziente Lösung, wobei neben einer ansprechenden Architektur vor allem folgende Vorgaben zu berücksichtigen waren:
* die Errichtung in Niedrigenergiebauweise,
* Barrierefreiheit in allen Bereichen,
* das Prinzip der „kurzen Wege“, um sowohl den BewohnerInnen als auch dem Personal lange Gänge zu ersparen.
Das 7960 Quadratmeter große Wettbewerbsareal liegt südlich der solarCity Pichling. Es wird im Norden durch den Igelweg und im Süden durch den Falterweg begrenzt.
Vorrangige Anforderungen an Planung und Architektur
Für das Seniorenzentrum
Die Gesamtkapazität war auf 64 Plätze auszulegen, gegliedert in zwei Wohnbereiche für je 32 BewohnerInnen. Die Betreuung der jeweiligen Ebene soll von so genannten Pflegestützpunkten aus erfolgen. Alle Wohneinheiten sollten als Einzelzimmer mit jeweils 27 Quadratmetern Fläche ausgeführt werden. Auf jeder der beiden Wohnebenen war mindestens ein Aufenthaltsbereich mit integrierter Küche und Wirtschaftsbereich vorzusehen, wo gemeinsame Mahlzeiten stattfinden können. Dieser Bereich soll vom Dienstzimmer gut überschaubar sein. Generell war auf eine flexible Nutzung großer Wert zu legen.
Für Betreubares Wohnen
In direkter Verbindung zum Seniorenzentrum, jedoch baulich getrennt, werden 25 betreubare Wohnungen mit je 50 Quadratmetern Nutzfläche errichtet. Sie sollen über Wohnzimmer mit Kochnische, Schlafzimmer, Bad, WC und einen Abstellraum verfügen. Im Gebäude waren weiters ein Gemeinschaftsraum, Waschküchen, Trockenräume, Kellerabteile und andere Nebenräume einzuplanen. Abstellplätze für Fahrräder und Autos waren ebenso gefordert.
Das Siegerprojekt
Aus insgesamt 77 Einreichungen für das Seniorenzentrum und die betreubaren Wohnungen in Pichling wurden 15 für die zweite Stufe ausgewählt. Das Siegerprojekt wurde am 19. Dezember 2006 von einem unabhängigen Preisgericht gekürt.
Gewonnen hat den Architektur-Wettbewerb das Projekt von Arch. DI Christoph Karl und Mag. Arch. Andreas Bremhorst aus Wien. Es überzeugte alle Juroren gleichermaßen, was zu einer einstimmigen Entscheidung führte.
Das Projekt sieht eine überwiegend dreigeschoßige Bebauung vor, wobei die beiden Bereiche – Betreubares Wohnen und Seniorenzentrum – wie gefordert als zwei selbstständige Baukörper ausgeführt sind. Die Gebäude werden über eine großzügig angelegte Freizone in Form einer Terrasse im Erdgeschoß, die in eine begrünte „Hoffläche“ mündet, miteinander verklammert.
Die Baukörper sind der Funktion entsprechend strukturiert und über feinfühlig gestaltete Mittelzonen aufgeschlossen. Akzentuierte Freibereiche als Aufenthaltszonen lassen eine attraktive, innenräumliche Qualität erwarten. Alle Innen- und Außenraumbereiche sind klar differenziert und damit gelungen gestaltet.
Die betreubaren Wohnungen mit ihrer attraktiven Aufschließungszone spiegeln die Qualität des gesamten Projektes auch in Detailbereichen wider. Eine konsequente Fassadengestaltung mit großzügigen Verglasungen geben der Anlage Offenheit und Transparenz und unterstreicht somit die Beziehung zur Umgebung.
Für die Realisierung des Seniorenzentrums sind maximal 6,4 Millionen Euro und für die betreubaren Wohnungen 1,8 Millionen Euro vorgesehen.
Die Voraussetzung für die neuen Senioreneinrichtungen im Linzer Süden wurden bereits im Sommer 2005 geschaffen: am 30. Juni hat sich der Linzer Gemeinderat für den Abschluss einer Optionsvereinbarung über ein geeignetes Grundstück ausgesprochen. Inhaber der fast 8000 Quadratmeter großen Immobilie am Falterweg ist die Pfarre St. Paul zu Pichling. Anschließend wurden die notwendigen Änderungen des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans umgesetzt und am 23. November vom Linzer Gemeinderat beschlossen. Der GWG wurde das Baurecht eingeräumt.